Cod. 10825-10826

Die Wiener Goliath-Codices

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Cod. 10825-10826 (Wien)

Überblick

  • Signatur: Cod. 10825-10826, Österreichische Nationalbibliothek Wien
  • Datierung: 16. Jahrhundert
  • Sprache: Frühneuhochdeutsch
  • Aufbewahrungsort: Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Inhalt

Die Wiener Codices 10825 und 10826 bilden gemeinsam das umfangreichste erhaltene Manuskriptpaar des Goliath-Überlieferungskomplexes. Anders als die meisten Fechthandschriften, die ihre Inhalte in einem einzigen Kodex vereinen, verteilt sich das Goliath-Material hier auf zwei zusammengehörige Bände — ein ungewöhnliches Format, das auf eine besonders umfassende Kompilation hindeutet.

Cod. 10825 konzentriert sich auf das Ringen — Überblick und den Dolchkampf. Der Ringkampf-Teil ist außergewöhnlich detailliert und systematisiert: von einfachen Griffen und Hebeln über Hüft- und Beinwürfe bis zu komplexen Kombinationen, die mehrere Bewegungsphasen in sequenziellen Bildfolgen dokumentieren. Der Dolchteil behandelt den Kampf mit und ohne Rüstung, wobei die Techniken zum Harnischfechten — Überblick besondere Beachtung verdienen — sie zeigen das Eindringen in die Schwachstellen der Plattenrüstung mit großer technischer Präzision.

Cod. 10826 ist dem Langen SchwertMesser gewidmet. Das Langschwertkapitel folgt der klassischen Systematik mit Legern, Meisterhauen und Anbinden, enthält aber zahlreiche Stücke, die sich nicht in den kanonischen Glossen der Deutsche Fechtschule finden. Das Messerkapitel präsentiert ein umfangreiches Repertoire, das in Aufbau und Terminologie die Verwandtschaft mit dem Münchner Cgm 582 aufweist und den Goliath-Komplex als in sich konsistenten Überlieferungsstrang bestätigt.

Stellung im Goliath-Komplex

Die Wiener Codices sind die umfangreichste erhaltene Fassung des Goliath-Materials und damit die Referenzhandschrift für die Rekonstruktion dieses eigenständigen Überlieferungsstrangs innerhalb der Deutschen Fechtschule.

Quellen

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