Cod. I.6.2.5

Magister Hans von Speyer (1491)

quellehandschrift15 jh

Überblick

  • Signatur: Cod. I.6.2.5, Universitätsbibliothek Augsburg
  • Datierung: 1491
  • Sprache: Frühneuhochdeutsch
  • Aufbewahrungsort: Universitätsbibliothek Augsburg
  • Autor: Hans von Speyer (Magister Hans von Speyer)

Inhalt

Der Cod. I.6.2.5 ist eine kurze Handschrift aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert, die sich explizit auf Johannes Liechtenauer und seinen Zettel bezieht. Der Autor, der sich als Magister Hans von Speyer bezeichnet, bietet knappe Zettel-Bezüge und sparsame Kommentare zu ausgewählten Merkversen.

Der Umfang der Handschrift ist im Vergleich zu den großen Glossen — etwa Ringeck oder Pseudo-Danzig — sehr begrenzt. Es handelt sich eher um eine persönliche Aufzeichnung oder einen Auszug aus der breiteren Tradition als um ein vollständiges Fechtbuch. Der direkte Bezug auf Liechtenauer belegt jedoch die ungebrochene Traditionskontinuität am Ende des 15. Jahrhunderts.

Der Titel »Magister« weist Hans von Speyer als anerkannten Fechtmeister aus. Sein Name deutet auf eine Herkunft aus der Reichsstadt Speyer am Rhein hin, was die geographische Breite der Liechtenauer-Rezeption dokumentiert: Vom Rheinland über Franken und Bayern bis nach Schwaben war die Kunst im gesamten süddeutschen Raum präsent.

Stellung in der Liechtenauer-Tradition

Hans von Speyer ist ein Beispiel für die vielen namentlich bekannten, aber nur spärlich dokumentierten Fechtmeister, die zur Ausbreitung und Pflege der Liechtenauer-Tradition beitrugen. Die Handschrift dient als komplementäres Zeugnis zur Hauptlinie der Glossen-Überlieferung.

Editionen und Forschung

  • Cod. I.6.2.5 — Universitätsbibliothek Augsburg
  • Transkriptionen im Kontext der Liechtenauer-Handschriften-Forschung
Nach oben ↑