Glasgow Fechtbuch

E.1939.65.341 — Ein deutsches Fechtbuch in Schottland

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Überblick

  • Signatur: E.1939.65.341, Glasgow Museums
  • Datierung: frühes 16. Jahrhundert
  • Sprache: Frühneuhochdeutsch
  • Aufbewahrungsort: Glasgow Museums, Glasgow

Inhalt

Das Glasgow Fechtbuch (Signatur E.1939.65.341) ist eines der wenigen deutschen Fechtbücher, die sich außerhalb des kontinentaleuropäischen Bibliotheksraums erhalten haben. Seine Präsenz in Schottland ist ein bemerkenswerter quellengeschichtlicher Zufall und dokumentiert die tatsächliche Mobilität von Fechthandschriften im frühneuzeitlichen Europa — weit über den deutschen Sprachraum hinaus.

Inhaltlich präsentiert die Handschrift ein klassisches Liechtenauersches Programm mit Blossfechten, Ringen — Überblick und Dolch. Die Struktur folgt dem kanonischen Aufbau: Ochs, Fünf Haue, Winden am SchwertStücke des Nachfechtens. Besonderes Augenmerk verdienen die ringtechnischen Abschnitte, die in mehreren Passagen eigenständiges Material bieten, das in den drei kanonischen Glossen (Cod. 44.A.8, Cod. I.6.4°.3, Cod. I.6.2.5) keine direkte Parallele findet.

Die Handschrift zählt zum Typus des Gelegenheitsmanuskripts mit einfachen, funktionalen Illustrationen. Sie enthält seltene Stücke, darunter Techniken, die sonst nur fragmentarisch oder gar nicht überliefert sind. Diese Einzelstücke machen das Glasgow Fechtbuch zu einer unverzichtbaren Ergänzung des bekannten Korpus — es erweitert das Repertoire der Deutschen Fechtschule um Varianten, die sonst verloren wären.

Bedeutung

Das Glasgow Fechtbuch ist ein wichtiger Beleg für die geographische Streuung und die inhaltliche Vielfalt der handschriftlichen Fechtüberlieferung im frühen 16. Jahrhundert. Seine Sonderstücke bereichern das Bild der technischen Diversität innerhalb der Liechtenauer-Tradition.

Quellen

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