Fechten mit zwei Schwertern

Beidhändiges Fechten mit zwei Schwertern in der Deutschen Fechtschule

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Zweischwert-Fechten in der deutschen Tradition

Das Fechten mit zwei Schwertern — je eines in jeder Hand — ist eine Randerscheinung in der Deutschen Fechtschule. Es wird weder in Liechtenauers Zettel noch in den Glossen des 15. Jahrhunderts erwähnt. Dennoch ist das Konzept existent und dokumentiert, vor allem in den Quellen des 16. Jahrhunderts.

Der früheste deutsche Beleg findet sich bei Paulus Hector Mair, der in seinem monumentalen Kompendium dem Zweischwert-Fechten einige Tafeln widmet. Mairs Darstellung zeigt zwei symmetrisch geführte Schwerter, die sowohl defensiv (ein Schwert deckt, das andere greift an) als auch offensiv (beide Schwerter greifen simultan an) eingesetzt werden. Die Mechanik ist komplex: Der Fechter muss zwei Waffen in zwei Händen koordinieren, ohne dass sie sich gegenseitig behindern.

Meyer erwähnt das Fechten mit zwei Schwertern in seiner Gründlichen Beschreibung von 1570 eher beiläufig, als eine theoretische Möglichkeit, der er keine systematische Behandlung widmet. Für Meyer ist der Dussack die primäre Einhand-Trainingswaffe — zwei Dussacke sind bei ihm denkbar, zwei Schwerter eine Kuriosität.

Vergleich mit anderen Traditionen

Im Gegensatz zur deutschen Randstellung ist das Zweischwert-Fechten in der italienischen Fechtkunst prominenter vertreten. Die Bologneser Schule kennt den spada da lato in beiden Händen, und Fiore dei Liberi behandelt das spada a due mani (das beidhändig geführte Schwert, nicht zwei Schwerter).

In der modernen HEMA-Praxis ist das Fechten mit zwei Schwertern fast ausschließlich experimentell. Es gibt keine etablierte Turnierkategorie, und technische Rekonstruktionen basieren auf spärlichem Quellenmaterial. Physiologisch ist die Koordination von zwei weitgehend symmetrisch geführten Waffen extrem anspruchsvoll — die dominante Hand muss präzise und kraftvoll agieren, während die nicht-dominante Hand defensiv-quick agieren muss.

Quellen

  • Mair, Paulus Hector: Opus Amplissimum de Arte Athletica, um 1542.
  • Meyer, Joachim: Gründtliche Beschreibung. Straßburg 1570.
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