Pfingstrose

pflanzenprofilpflanzepaeonia officinalis
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Pfingstrose (Paeonia officinalis)

  • Familie: Paeoniaceae
  • Droge: Paeoniae radix (Wurzel, getrocknet), Paeoniae flos (Blütenblätter)

Inhaltsstoffe

  • Paeonol (Acetophenon) und Paeoniflorin (Monoterpenglykosid) — Hauptwirkstoffe
  • Gerbstoffe, Anthocyane (in den Blüten), Stärke, Zucker

Wirkungen (innerlich und äußerlich)

Innerlich:

  • Krampflösend: löst Spasmen der glatten Muskulatur von Uterus und Magen-Darm-Trakt
  • Schmerzlindernd (Paeonol) — besonders bei krampfartigen Unterleibsschmerzen
  • Beruhigend bei nervöser Unruhe und Anspannung
  • Leicht adstringierend und tonisierend (Gerbstoffe)

Äußerlich:

  • Blütenblätter: zusammenziehend bei Hautreizungen (Waschungen)

Indikationen (HMPC/ESCOP wo bekannt)

  • Menstruationskrämpfe (Dysmenorrhö), PMS, Wechseljahresbeschwerden
  • Krampfartige Bauch- und Magen-Darm-Schmerzen
  • Nervöse Unruhe, Schlafstörungen durch Anspannung
  • Traditionell: Gicht, Krämpfe (Volksmedizin)
  • HMPC: kein Monograph für Paeonia officinalis (Einsatz v. a. traditionell; die asiatische P. lactiflora ist in der TCM standardisiert, hier aber nicht gemeint)

Anwendungen (Tee/Tinktur mit Dosierung)

In den Weibertropfen: 2 TL Pfingstrosenwurzel, getrocknet. Siehe Weibertropfen.

Tinktur: 3× tgl. 15–30 Tropfen in etwas Wasser, kurweise 4–6 Wochen, dann Pause.

Tee/Dekokt (Wurzel): 1 TL geschnittene Wurzel mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 10 Min. köcheln lassen, abseihen. 1–2× tgl. 1 Tasse — vorsichtig dosieren und nicht länger als 2 Wochen am Stück anwenden.

Blütentee: 1–2 TL Blütenblätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: In therapeutischer Dosis gut verträglich. Hohe Dosen können Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen auslösen; Paeonol wirkt in hoher Dosis stark beruhigend/sedierend.

Gegenanzeigen: Schwangerschaft (uteruswirksam!), Kinder. Bei Lebererkrankungen und in Kombination mit beruhigenden Medikamenten nur nach Rücksprache. Keine unbegleitete Langzeitanwendung.

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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