Trockener Husten -- Reizhusten und Heiserkeit

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Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Beschreibung

Ein Reizhusten ist ein meist quälender, trockener und „unproduktiver Husten", der häufig von Heiserkeit begleitet wird. Unproduktiv ist er, weil kein Schleim gebildet wird. Er tritt meist zu Beginn einer Erkältung auf und geht später in einen produktiven, „verschleimten" Husten über. Ausgelöst wird er durch Irritationen der Rachenschleimhaut, die gereizt, gerötet, schmerzhaft und trocken ist – bei einer Erkältung besonders infolge vermehrter Mundatmung (durch den Schnupfen). Hält der Reizhusten länger an, kann das ein Hinweis auf Asthma sein.

Heiserkeit

Heiserkeit – vom leichten Krächzen bis zum Stimmverlust (Aphonie) mit rauem, trockenem, teils bellendem Husten – ist das erste Zeichen einer akuten Laryngitis (Kehlkopfentzündung). Schlucken und Sprechen schmerzen und mahnen zugleich: die Stimme schonen, nicht sprechen! In der Regel verläuft die Erkrankung harmlos und heilt nach wenigen Tagen von selbst aus.

  • Bei länger anhaltender Heiserkeit: HNO-Arzt aufsuchen!
  • Bei chronischer Laryngitis: Heiserkeit, Stimmlosigkeit, Räusperzwang, trockener Husten, Schmerzen und Fremdkörpergefühl im Hals. Die schädigende Noxe (z. B. Rauchen) schnellstmöglich ausschalten.
  • Bei Kindern kann ein Pseudokrupp eine akute Kehlkopfentzündung verursachen: typisch ist ein starker trockener, bellender Husten mit Heiserkeit.

Phytotherapeutika

Ein trockener, unproduktiver (Reiz-)Husten muss – anders als ein „produktiver Husten" – unterdrückt bzw. gelindert werden. Als pflanzliche Antitussiva dienen Schleimdrogen. Sie:

  • Hemmen über ihre reizlindernden, schleimhautschützenden Eigenschaften die Entzündung, dämpfen den Hustenreiz und geben der Rachenschleimhaut Zeit zur Selbstheilung
  • Legen sich wie ein Wundpflaster über die entzündete, schmerzende Schleimhautoberfläche
  • Decken mit ihren einhüllenden, abdeckenden Eigenschaften die sensiblen Nervenendigungen (Mechanorezeptoren) ab, die für Schmerz und Hustenreiz verantwortlich sind
  • Bilden einen schützenden Film über den auf Kälte und mechanische Reize empfindlichen Hustenrezeptoren (dämpft den Vagusreiz)
  • Lassen den Hustenreiz dadurch abklingen (antitussive Wirkung)
  • Mildern die Krankheitssymptomatik und beschleunigen das Abheilen der Entzündung

Antitussiva und Mucilaginosa

Pflanze Wirkung Besonderheiten
Eibisch Reizlindernd, schleimhautschützend, antitussiv Wurzel mit bis zu 30 % Schleimstoffen; Kaltauszug!
Spitzwegerich Reizmildernd, entzündungshemmend, antitussiv, adstringierend, antibakteriell Antitussivum besonders für Kinder
Isländisch Moos Reizlindernd, schleimhautschützend, antitussiv Auch als Lutschpastillen
Königskerze Reizlindernd, expektorierend Blüten; angenehmer Geschmack
Malve Reizlindernd, schleimhautschützend Blüten und Blätter; Kaltauszug
Huflattich Reizlindernd, entzündungshemmend Max. 6 Wochen/Jahr wegen Pyrrolizidinalkaloiden
Süßholz Antitussiv, entzündungshemmend, expektorierend Auch für längere Anwendung

Antiphlogistika (bei Entzündung)

Pflanze Wirkung Besonderheiten
Kamille Entzündungshemmend, keimhemmend Gurgeln, Inhalation, Tee
Ringelblume Entzündungshemmend, wundheilungsfördernd Gurgeln, Tee
Sanddornfruchtfleischöl Schleimhautregenerierend, entzündungshemmend Auf wunden Schleimhäuten, schnellere Regeneration

Pflanzenporträts

Eibisch

Spitzwegerich

Therapiekonzept trockener Reizhusten

Die Therapieschritte laufen parallel ab.

Reizlindernde Schleimstoffdrogen Abwehrstärkung mit Immunstimulanzien
Spitzwegerich, Eibisch, Huflattich, Königskerze, Isländisch Moos, Malve Therapiekonzept Erkältung
Dauer: symptombezogen, je nach Beschwerden mehrere Tage bis ca. 2 Wochen Dauer: mehrere Tage bis ca. 2 Wochen

Naturheilkundliche Maßnahmen

Maßnahme Wirkung
Tees schluckweise (!) trinken oder gurgeln Benetzt die wunde Schleimhaut kontinuierlich und lindert so den unangenehmen Hustenreiz
Ständig Hustenbonbons lutschen oder kleine Stücke Isla-Moos- oder Eibischwurzel-Pastillen Bilden einen Schutzfilm auf gereizten Schleimhäuten; regen die Speichelsekretion an
Schleimhäute anfeuchten, hohe Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen Schluckweises Trinken hält die Schleimhaut feucht
Ausreichend Warmes trinken (dünne Tees/Wasser, Gemüse-, Hühnerbrühe) Stabilisiert die Integrität der Schleimhäute
Absolutes Rauchverbot! Jeder Rauchpartikel lähmt die Zilienfunktion und verschlimmert die Beschwerden
Bei Heiserkeit Sprechverbot, Stimme schonen! Entlastet und beruhigt die Atemwege; gibt der Schleimhaut Zeit zur Regeneration
Halswickel mit Quark, Zitrone oder Heilerde Lindern das Halsweh
3-mal tägl. ½ TL Johannisöl mit 1-2 Tr. Sanddornöl in ½ TL Honig, oder mehrmals tägl. 1-2 Tr. Sanddornöl pur Hilft der wunden Schleimhaut, sich schneller zu regenerieren
Meerwasser-Nasenspray oder Salzwasser-Nasendusche Pflegt die Schleimhaut der oberen Luftwege; verhindert das „Andocken" von Erkältungsviren

Teemischungen

Reizlindernder Hustentee

  • Plantaginis lanceolatae folium (Spitzwegerichblätter) 25 g
  • Verbasci flos (Königskerzenblüten) 25 g
  • Althaeae radix (Eibischwurzel) 25 g
  • Malvae flos (Malvenblüten) 25 g

M.D.S. 2 TL mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen und 30 Min. ausziehen, dabei öfter umrühren. Durch ein feines Teesieb abgießen und 3-5-mal tägl. 1 Tasse schluckweise trinken.

Antitussiver Tee

  • Lichen islandicus (Isländisch Moos) 40 g
  • Liquiritiae radix (Süßholzwurzel) 20 g
  • Plantaginis lanceolatae folium (Spitzwegerichblätter) 20 g
  • Tiliae flos (Lindenblüten) 10 g
  • Chamomillae flos (Kamillenblüten) 10 g

M.D.S. 2 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Min. bedeckt ziehen lassen und 3-5-mal tägl. 1 Tasse schluckweise trinken.

Präparate

Antitussiva und Reizlinderer

  • Phytohustil Pastillen (Eibisch): mehrmals tägl. 1 Pastille lutschen
  • Phytohustil Hustenreizstiller Sirup (Eibisch): Kinder von 1-2 Jahren: 4-mal tägl. 3 ml; Kinder von 3-6 Jahren: 4-mal tägl. 4 ml; Kinder von 7-12 Jahren: 5-mal tägl. 5 ml; Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-6-mal tägl. 10 ml
  • Isla-Moos-Pastillen (Isländisch Moos): mehrmals tägl. 1 Pastille lutschen
  • Eigenblütensirup (Spitzwegerich): Kinder von 2-6 Jahren: 3-mal tägl. 2,5 ml; Kinder von 7-12 Jahren: 3-mal tägl. 5 ml; Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. 7,5 ml

Medizinprodukt

  • Antall (Isländisch Moos, Eibisch, Königskerze): Kinder ab 4 Jahren: 3-mal tägl. den Inhalt eines ½ Sticks nach Bedarf; Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. den Inhalt 1 Sticks nach Bedarf. In hartnäckigen Fällen kann die Tagesdosis auf 8 Sticks erhöht werden.

Nahrungsergänzungsmittel

  • Huflattich Naturreiner Heilpflanzensaft Schoenenberger: 3-mal tägl. vor den Mahlzeiten 10 ml Saft unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit verdünnt trinken
  • Spitzwegerich Naturreiner Heilpflanzensaft Schoenenberger: Kinder von 4-12 Jahren: 3-mal tägl. 5 ml; Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal tägl. 10 ml unverdünnt oder mit etwas Flüssigkeit verdünnt trinken

Hinweise

  • Zu Beginn einer Erkältung tritt oft zuerst trockener Husten auf, der später produktiv wird – die Therapie ist entsprechend anzupassen.
  • Heiserkeit verlangt konsequentes Sprechverbot und Stimmschonung.
  • Bei mehr als 2 Wochen anhaltender Heiserkeit: HNO-ärztliche Abklärung!
  • Kinder mit Pseudokrupp (bellender Husten, Atemnot): ärztliche Vorstellung notwendig.
  • Schleimdrogen (Eibischwurzel, Malve, Isländisch Moos) immer als Kaltauszug zubereiten, nicht mit kochendem Wasser übergießen.

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Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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