Huflattich

pflanzenprofilpflanzetussilago farfara
Achtung. Diese Seiten dienen der Information über Heilpflanzen und überlieferte Anwendungen – sie ersetzen keine ärztliche, apothekerliche oder therapeutische Beratung und sind kein Behandlungsvorschlag. Dosier- und Anwendungsangaben entstammen öffentlich verfügbarer Fachliteratur; verwende Heilpflanzen nur in Absprache mit Fachpersonal. Bei Beschwerden oder in Schwangerschaft/Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme: immer ärztlichen Rat einholen.

Huflattich (Tussilago farfara)

  • Familie: Asteraceae
  • Droge: Farfarae folium (Blätter) — die Blüten erscheinen im Frühjahr vor den Blättern
  • Volksnamen: Brustlattich, Pferdefuß — klassisches Hustenmittel der Volksmedizin (“Tussilago” = “Hustenkraut”)

Inhaltsstoffe

  • 6–8 % Schleimstoffe (saure Polysaccharide) — Träger der reizmildernden Wirkung
  • Gerbstoffe (bis 10 %), Bitterstoffe
  • Flavonoide, Phytosterine, Zink
  • Spuren ätherischen Öls, Inulin
  • Pyrrolizidinalkaloide (PA): in der gesamten Pflanze enthalten, am höchsten in den Blüten. Nur zertifizierte, PA-arme/PA-freie Ware verwenden!

[!WARNING] Pyrrolizidinalkaloide (PA)! PA sind leberschädigend und im Tierversuch krebserregend. Nur kontrollierte Arzneidroge mit geprüftem PA-Gehalt (Grenzwert laut Arzneibuch/Phytotherapie: max. 1 µg pro Tag) verwenden. Nicht länger als 4–6 Wochen pro Jahr anwenden. Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder unter 12 Jahren: streng kontraindiziert.

Wirkungen

Innerlich:

  • Reizmildernd (demulzent): legt sich wie ein Schutzfilm auf die gereizten Schleimhäute von Rachen und Bronchien
  • Sekretolytisch und expektorierend: löst zähen Schleim, erleichtert das Abhusten
  • Leicht hustenstillend und entzündungshemmend
  • Adstringierend (Gerbstoffe)
  • Traditionell bei entzündlichen Magen-Darm-Beschwerden

Äußerlich:

  • Umschläge und Spülungen bei entzündeten, nässenden Wunden und Ekzemen
  • Gurgellösung bei Mund- und Rachenentzündungen

Indikationen

  • HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei trockenem (Reiz-)Husten in Verbindung mit Erkältung
  • Kommission E: akute Reizzustände der Mund- und Rachenschleimhaut, trockener Reizhusten, akute Katarrhe der Atemwege
  • Heiserkeit und Rachenreizung durch trockene Luft oder Überanstrengung der Stimme
  • Unterstützend bei chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Beschwerden (traditionell)

Anwendungen

  • Tee (Infus): 1–2 TL (ca. 1–2 g) Huflattichblätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bei Reizhusten 2–3 Tassen täglich über den Tag verteilt (am besten lauwarm, schluckweise). Tagesdosis: 3–5 g Droge.
  • Tinktur: nur aus PA-freier Ware; 2–3-mal täglich 20–30 Tropfen in etwas Wasser (Bestandteil der Rachentropfen).
  • Gurgel-/Mundspülung: 2 EL Blätter auf 250 ml Wasser, 10 Min. ziehen lassen, 2–3-mal täglich gurgeln.
  • Umschlag (äußerlich): Abkochung wie oben auf entzündete Hautstellen legen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen: Bei Verwendung PA-freier Handelsware in empfohlener Dosierung keine. Bei unkontrollierter Ware mit PA: Leberschäden möglich. Hohe Dosen können Magenreizung auslösen (Gerbstoffe).

Gegenanzeigen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit — absolut kontraindiziert (PA)
  • Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren (HMPC)
  • Bekannte Lebererkrankungen (auch in der Vorgeschichte) und Leberschäden
  • Überempfindlichkeit gegen Korbblütler
  • Dauereinnahme über 4–6 Wochen pro Jahr vermeiden

Kombinationen

Siehe auch

Literatur & Quellen: Quellen & Literatur – seitenübergreifend basierend auf U. Bühring, Praxis Heilpflanzenkunde, und Weiss/Fintelmann, Lehrbuch Phytotherapie. Eigene Zusammenfassung, keine Textübernahmen.
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