Martin Huntfeltz

Früher Glossator des Blossfechtens

personmeisterLiechtenauer15 jh

Biographie

Martin Huntfeltz gehört zur Gruppe der frühen Glossatoren, deren Werk in den Überlieferungsvarianten des Cod. 44.A.8 (Pseudo-Peter von Danzig) bewahrt ist. Sein Name erscheint in Handschriften, die Material aus dieser Glossentradition kompilieren, was ihn als einen Meister ausweist, der vor der Standardisierung der drei kanonischen Glossen — Ringeck, Pseudo-Danzig, Lew — wirkte und dessen Beiträge in diese kanonischen Fassungen eingeflossen sind.

Über Huntfeltz’ Leben sind keine gesicherten Daten überliefert. Die süddeutsche Herkunft wird aus sprachlichen Merkmalen der unter seinem Namen tradierten Texte und aus dem Überlieferungskontext der beteiligten Handschriften abgeleitet, ist aber nicht explizit belegt.

Die Blossfechten-Glosse

Huntfeltz’ Beitrag zur Deutsche Fechtschule ist ein Kommentar zum Blossfechten, der in Varianten mehrerer Cod. 44.A.8-nahen Handschriften überliefert ist. Seine Glosse zeichnet sich durch eine besonders detaillierte Behandlung der Meisterhaue aus, einschließlich taktischer Erwägungen, wann und gegen welche gegnerischen Aktionen ein bestimmter Hieb anzuwenden sei. Diese taktische Perspektive unterscheidet Huntfeltz von den stärker technisch-deskriptiven Passagen anderer Glossatoren und verleiht seinem Text einen ausgeprägt didaktischen Charakter.

Inhaltlich deckt seine Glosse die klassischen Kernbereiche ab: die Ochs, die fünf Haue, das Anbinden und Fühlen, das Winden am SchwertNachfechtens. Die Ausführungen zum Winden sind besonders ausführlich und enthalten Varianten, die in den anderen kanonischen Glossen nicht vorkommen — ein Hinweis auf Huntfeltz’ eigenständige pädagogische Handschrift.

Die Tatsache, dass sein Material in die Redaktion des Cod. 44.A.8 aufgenommen wurde, belegt, dass Huntfeltz zum Zeitpunkt dieser Kompilation als Autorität galt, deren Texte traditionswürdig waren. Er gehört damit zur ersten oder zweiten Generation von Glossatoren, die den Liechtenauers Merkverse Liechtenauers für den praktischen Unterricht erschlossen.

Stellung in der Glossatoren-Tradition

Huntfeltz ist ein Bindeglied zwischen der frühesten Glosse — der Hs. 3227a — und dem kanonischen Corpus der drei Hauptglossen. Sein Werk dokumentiert eine Phase, in der mehrere Glossatoren unabhängig voneinander an der Auslegung des Zettels arbeiteten und ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Kombinationen zirkulierten, bevor die kanonischen Fassungen diese Vielfalt standardisierten.

Quellen

  • Cod. 44.A.8 und verwandte Handschriften.
  • Hils, Hans-Peter: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Lang, Frankfurt a. M. 1985.
  • Wiktenauer: Martin Huntfeltz
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