Mittelhau (Meyer)

Horizontal geführte Haue und der Zwerchhau als Mittelhau

technikMeyermittelhaulanges schwert16 jh

Definition

Der Mittelhau bildet in Meyers dreiteiliger Systematik die Kategorie horizontal geführter Hiebe. Er wird “gerad von dir” oder “quer von einer seitten zur andern” geschlagen und zielt auf die mittleren Blößen des Gegners — Hals, Arme, Flanke. Meyer definiert ihn präzise als einen Hau, “der weder von oben herab / noch von unten auff / sondern gerad gegen dem Mann mit außgestrecktem Arm geführet wirdt”.

Meyers bedeutendste Entscheidung ist die Einordnung des Zwerchaus als Mittelhau. Der Zwerchhau — einer der fünf Meisterhaue — wird quer, mit gekreuzten Händen und kurzer Schneide horizontal gegen Kopf oder Hände geführt. Diese Klassifikation reflektiert Meyers Bestreben, alle Hiebe in ein kohärentes System zu überführen.

Mechanik und Taktik

Anders als der Oberhau, der Schwerkraft und Körperrotation nutzt, kommt der Mittelhau primär aus Schulter und Hüftdrehung — eine kompaktere Rotation. Er ist der schnellste direkte Weg zum Ziel, da keine Höhenänderung der Klinge nötig ist. Aus dem Langort oder der Eisenport kann die Klinge unmittelbar horizontal ins Ziel gehen. In der Praxis wird der Mittelhau häufig als ziehender Schnitt ausgeführt und ist eng mit Abschneiden und Zucken verbunden.

Quellen

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